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Gott wo bist du?

Gott wo bist du?

05.04.2026 | Christian Spiertz – Gott, wo bist du?

Ende des 5 Jahrhunderts nach Christus kursierte eine merkwürdige Geschichte. In Antiochien, einer syrischen Metropole, soll ein Papagei eine litugische Formel nachgeplappert haben, die aus Jesaja 6, 3 abgeleitet wurde.Jesaja 6,1–3NeÜ

1 In dem Jahr, als König Usija starb, sah ich den Herrn. Er saß auf einem hoch aufragenden Thron. Die Säume seines Gewandes füllten den ganzen Tempel aus. 2 Umgeben war er von Serafim. Jeder von ihnen hatte sechs Flügel. Mit zweien bedeckte er sein Gesicht, mit zweien seine Füße, und mit zweien flog er. 3 Einer rief dem anderen zu: „Heilig, heilig, heilig ist Jahwe, der allmächtige Gott. Die ganze Erde bezeugt seine Macht!“Trishagion

Aus diesem sehr bekannten Anruf an Gott, mit dem dreimaligen Heilig, Heilig, Heilig entstand ein liturgisches Element für den Gottesdienst der byzantinischen Kirche. Aber in abgewandelter Form. Nämlich dem sogenannten Trishagion: Trishagion. Tris – Drei; Hagia – Heilig.

Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser.

Nun, der Papagei war allerdings ein begabter Vertreter seiner Spezies und offenbar auch ein gewandter Theologe, so fügte er diesem Trishagion einen Vers hinzu:

Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, der um unseretwillen gekreuzigt wurde,erbarme dich unser.

Wie kommt ein Papagei dazu, soetwas paradoxes zu sagen.